Was den "Bücher- und Filmemacher" derzeit umtreibt:

Grundgesetz - 1848 - Nibelungenlied - Europa - Krieg - Irland - Städtestadt Ruhr - Medien - Drachen - "Endlager"

Kurz vor dem Abschluss :

1. ERMORDUNG SIEGFRIEDS. - Schauspiel. - Nach ältesten Quellen. Siegfried von Xanten als das, was er im Chaos der Völkerwanderung war, kein Kriegsheld - wozu ihn Preußen, Wagner und die Nazis fälschten - sondern endlich so, wie ihn die ältesten Handschriften dokumentierten, allen voran die Sankt Galler Hs. B, inzwischen "Weltkultur-Erbe": als einen vernunftnahen Versöhner, als vitalen Friedensstifter.

2. LYNCH ODER PARADISE LOST. - Film-Drehbuch. - Nach den ältesten Chroniken der irischen Atlantikstadt Galway, die in den Zeiten des Columbus aufblühte vom Fischerdorf zur reichen Handelsstadt, zu einem ausnahmsweise friedfertigen Miteinander von Iren und Engländern, früh demokratisch, was unter mehreren Bürgermeistern namens Lynch so lange dauerte, bis schon damals Einer durchknallen musste, bis zum erstenmal das geschah, was ab dann für den heute akuten und weltweiten Wortgebrauch sorgte:"lynchen", "Lynch-Justiz".

3. WIE WAGNER DIE NIBELUNGEN FÄLSCHTE. - Essay. (Vortrag, am 7.Oktober im Theater Freiburg). - Überfälliger Blick auf die Worte, die Wagner seinen Siegfried singen lässt, in genauem Vergleich mit denen, die ihn die Autoren des 700 Jahre älteren Nibelungenlieds reden und handeln lassen. Beide Siegfriede unterscheiden sich massiv. Wie Krieg und Frieden.

4. AUF DEM MARS. - Spontaner Prosa-Bericht. - Als Tonmitschnitt ein Bericht des ersten Deutschen von einer NASA-Expedition zum Nachbarplaneten. Ungewöhnliche Prosa, voller Entdeckungen, Spiegelungen, Warnungen.

5. UR-SPD-DRAMA. - Essay. - In Europas Aufruhrjahr 1848 entstand ein bis heute unbekannt gebliebenes Musik-Drama mit Themen des 21. Jahrhunderts. Eine realistische Freiheits-Oper, die einzige klassisch-romantische Fabrik- und Arbeiter-Oper. 1848 getextet und komponiert vom Berliner Albert Lortzing, im Geist des ersten frei gewählten deutschen Parlaments der Frankfurter Paulskirche und seiner Hauptfigur Robert Blum, mit Programmparolen der (Jahrzehnte später gegründeten) SPD.


Soeben unterschrieben: Vorlass- und Nachlass-Vertrag

mit Düsseldorfs Heinrich-Heine-Institut



Erste zwei Minuten des Films "Rheinfahrt"

Diese farbige Zeile anklicken, dann laufen die ersten zwei Minuten meines Films "Rheinfahrt", zu präziser Orchestermusik - komponiert kurz vor 1848


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"Kurz vor 1848"? - - - Über Europas Aufruhrjahr erschien mein Drachenbuch. Laut Medien-Echo: "Lodemanns Bilanz"

Vorn der Schutzpatron vieler europäischer Städte, der „Drachentöter“ Georg. Dieser hier soll das 900 Jahre alte Freiburg bewachen, so hütet er die Stadt auf dem „Schwabentor“ - gegen Schwaben? Stuttgart? gegen den Osten? Muslime? Ausländer?

Das uralte Nibelungenlied gilt vielen, auch Germanisten, als "Nazitext". Wer es denn doch mal im Original liest, entdeckt es neu. Und weiß, Drachen sind wir selbst. In der ältesten Quelle des Nibelungenstoffs - Handschrift B - tötet Siegfried weder Menschen noch Drachen, das behauptet im alten Text allein Hagen, im Epos so was wie der erste Propaganda-Minister am Rhein. Offenbar fiel niemals auf, dass Jung-Siegfried total ungeeignet ist fürs Entfachen von Kriegslust, ob gegen Polen, Franzosen, Engländer, Russen oder Juden. Siegfried ist kein Nationalheld, sondern ein friedfertig ritterlicher Menschenfreund, Weltbürger, will hohe minne. Entscheidend für seine Fehler: wan daz in twang ir minne - "hätte ihn nicht ihre Liebe gefesselt" - unbesiegbar ist Siegfrieds und Krimhilds Liebe.

Gegen Drachen wetterte schon das letzte meiner drei Langensiepen-Bücher.

1985 als Krimi "verschlungen", jetzt erneuert:

Süddeutsche Zeitung (Lutz Tantow): Einer flog übers Ruhrgebiet – da liegt ein toter Türke im Kabelschacht und die Behörden werden diesen Fall vertuschen. ... Wie sein Protagonist Langensiepen ist Lodemann nicht nur Sprechbold und Wortjongleur, er ist auch das Ohr im Revier, das dem Volk aufs Maul schaut - Sprache als Entlarvung von Abhängigkeiten.





GEGEN DRACHEN?

In alten Quellen heißen sie Nidgir (NeidGier).

Ein Buch über Folgenreiches, auch über 1848. Schon in Europas Aufruhrjahr ging es „trotz alledem“ um das, woraus nach katastrophalen 100 Jahren das deutsche Grundgesetz wurde. 1848 ging es schon auch und sogar beim "Volk" um Europa

SIEGFRIED (Seite 11, geredet Januar 2016). – Im riesigen Uralt-Epos, in der historisch blutigen meginfart michil (Völkerwanderung) handelt Siegfried lustvoll vernunftnah, fast wie ein Pazifist. Seit Wagner wurde er endgültig gefälscht, hirnlähmend, zum "unbezwingbaren" Siegespopanz. Folgenreich für Generationen junger Menschen 1870-71, 1914-18, 1939-45. Militär in den Weltkriegen zog „Siegfriedlinien“. „Deutsche Horrorfigur“ (FAZ, 2016). Auch die SZ sah ihn als "deutschen Dämon". Obwohl um 1200, als das Epos entstand, „deutsch“ (diutisk, tiush) schon in Gebrauch war, nennen ihn die fast zehntausend Langzeilen des Epos niemals „deutsch“. Der mit dem vrit, frit oder vrid im Namen ist friedfertig, jenseits jeder nationalen Benebelung, agiert fesselnd listig, ohne Mordlust. Dieser vitale Ritter aus Xanten will hohe minne, stiftet Frieden wie Elisa in der Bibel (Elisa im Alten Testament zwischen Israel und Syrien!). Siegfried tötet weder Drachen noch Menschen, schafft fröhliche Versöhnungen mit aggressiven Stämmen, die suochent her und tragent grozen hazz, die wollten „in „großem Hass verheeren“, nämlich damals Worms und Burgund. Siegfried erliegt Hagens Lügen und Machtgier. – Und dann? Germanisten?

REGINA (Seite 57, geredet 2016). – Freiheitsoper aus Europas Aufruhrjahr 1848, ein frühes Anti-Terror-Stück. Aus einer Prae-SPD-Ursuppe, Jahrzehnte vor der SPD. In den Hauptrollen agieren da zum ersten Mal in einer ernsten Oper „Fabrikarbeiter“, „Arbeiter von allen Klassen“, für Einigkeit, Recht, Freiheit, mit „Verstand“ gegen „freier, als frei“. Text und Musik sind vom Berliner Albert Lortzing, der nach 1848 mit großer Familie, abgestempelt als freisinnig, elend endete. Seine unbekannt gebliebene „Regina“ setzt gegen (Selbstmord-) Terror den demokratischen Geist des Paulskirchen-Parlaments und ihres populärsten Deputierten Robert Blum, Lortzings Freund, exekutiert am 9. 11. 1848. Realisiert wurde „Regina“ erst 150 Jahre später, im März 1998 in Gelsenkirchen (Regie Peter Konwitschny). Das unverfälschte Material hat seitdem RICORDI.

BAGDADBAHN (Seite 96, November 2015.). – In Europa war die Bagdadbahn eine der wechselseitigen Provokationen für 1914. „Christlicher“ Kolonialismus wollte in der Türkei „Gottes Schöpfungswerk verbessern“. Nach den Reden in Istanbul und Ankara lief dort 2016 der Film „Bagdadbahn“ mit türkischen Untertiteln. Und mit wunderbar aufschlussreichen Debatten.

HAUFF (Seite 118, 2002). – Revision eines „Märchens“. In „Das kalte Herz“ erzählt 1827 der 24jährige Stuttgarter Hauff märchenhaft genau von kommender Kapitalindustrie. „Wo viel Geld ist, sind die Menschen unredlich.“ „Hauptgeschäft war, mit Geld zu handeln“ - wörtlich Hauff, "Märchendichter".

KULTURHAUPTSTADT ESSEN? (Seite 153, 2002). – Ebenfalls eine grundlegende Revision, diesmal von Ansichten über das Ruhrgebiet, am Beispiel der zentralen Stadt in der Städtestadt Ruhr, anhand der Kruppstadt Essen, zur Krupp-Zeit auch größte Bergbaustadt Europas.

 

ATOM-REDEN (Seite 173, 2013/2014). – Versagen von Atom-Experten und Politik am Beispiel des AKW Fessenheim, 18 km südwestlich Freiburg. – Fatale und bleibende Illusion: „Endlager“.

STUTTGART 21  (Seite 184, 2014 und 2017). – Fehlplanung und Betrug beim lebensgefährlichen Tief- oder Schiefbahnhof. Volksabstimmung nach Kosten- und Leistungslügen. Einzig mögliche Lösung: „Umstieg 21“.

VAUBANAISE (Seite 211, 2014) – Drei mutmachend Reden für das Integrations- und Wohnprojekt im Vauban, für Freiburgs „Vorbildviertel“.

ERICH FROMM (Seite 240, 1980). –  Das letzte Interview des Psychoanalytikers, Stunden vor seinem Tod. "Die Vision von einem neuen Menschen, die habe ich im russischen Kommunismus nie gefunden." „Fernsehen, das geht auch befreiend.“

DIGITALIEN (Seite 260) – Testamentversuch eines irritierten Weltbürgers.

CHAMISSO/GOETHE/ LENZ/ BÜCHNER/HEINE (Seite 269, 2006). – „Werte“-Rede eines, der - wie Heinrich Heine 1844 - in der Erklärung der Menschenrechte „zehn Gebote eines neuen Weltglaubens“ sah.



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Eine der vielen Anregungen für diese fast neunhundert Seiten Eneuerungsprosa:

Goethe, ›Übersetzungen', Westöstlicher Divan, Hamburger Ausgabe, dtv, S. 255: 

Da nun aber auch der Deutsche durch Übersetzungen aller Art gegen den Orient immer weiter vorrückt, so finden wir uns veranlaßt, etwas zwar Bekanntes, doch nie genug zu Wiederholendes an dieser Stelle beizubringen. 

Es gibt dreierlei Arten Übersetzung. Die erste macht uns in unserm eigenen Sinne mit dem Auslande bekannt; eine schlicht-prosaische ist hiezu die beste. Denn indem die Prosa alle Eigentümlichkeiten einer jeden Dichtkunst völlig aufhebt und selbst den poetischen Enthusiasmus auf eine allgemeine Wasserebene niederzieht, so leistet sie für den Anfang den größten Dienst, weil sie uns mit dem fremden Vortrefflichen mitten in unserer nationellen Häuslichkeit, in unserem gemeinen Leben überrascht und, ohne daß wir wissen, wie uns geschieht, eine höhere Stimmung verleiht und wahrhaft erbaut. Eine solche Wirkung stiftet jederzeit Luthers Bibelübersetzung. 

Hätte man auch die Nibelungen gleich in tüchtige Prosa gesetzt und sie zu einem Volksbuche gestempelt, so wäre viel gewonnen worden, und der seltsame, ernste, düstere, grauerliche Rittersinn hätte uns mit seiner vollkommenen Kraft angesprochen. Ob dieses jetzt noch rätlich und tunlich sei, werden diejenigen am besten beurteilen, die sich diesen altertümlichen Geschäften entschiedener gewidmet haben. […]

FESSENHEIM

Nuclear power ruins earth. Nach einem Bodensee-Beben stürzt eine Wasser-Walze rheinab und verwüstet am Rhein Frankreichs Atomkraftwerk Fessenheim, 18 km südwestlich Freiburg. Im üblichen Südwestwind macht die unsichtbare nukleare Wolke nach 30 Minuten Freiburg unbewohnbar, wenig später ist sie in Stuttgart, am nächsten Tag in Berlin. Zu betreten ist Berlin dann nur noch "auf eigenes Risiko" - ein GAU, ein "größter anzunehmender Unfall".

Direttissima durch Geologie, Medien, Erotik, Politik. Der G.A.U. entpuppt sich als realistisches Szenario aus Tektonik, Nukleartechnik und üblem Kalkül der Atom-Konzerne. "Gegen die Lächerlichkeiten der Notfall-Pläne ist die Novelle "Fessenheim" unzeitgemäße littérature engagée." Reporter B.B. liebt Frauen, erlernt durch sie auch die Empfindlichkeiten der Erd-Haut, kennen, speziell die des Oberrheingrabens -

Atomkraft ist nicht nur die gefährlichste Energie-Quelle, sie ist auch aussichtslos unwirtschaftlich. Alle Spätfolgen wurden weggelogen, hochintelligent asozial. Die Novelle "Fessenheim" liefert als letzten Alarm zwei "Lösungen":
ÜBUNG: die 230 000 Freiburger werden öffentlich komplett evakuiert
SIGNAL: das grün-alternative Freiburg wird 2025 "Europas Kulturhauptstadt"

Foto Bille Haag

"An Prozessoren dürfte kein Schiff mehr unkontrolliert vorbei fahren. Auf dem Rhein wie auf der Elbe."

(Gutachten eines Sicherheits-Experten)

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Das Atomkraftwerk Fessenheim steht zwischen Basel und Freiburg im tektonisch sensiblen Grabensystem des Oberrhein. Da zerfiel schon vor wenigen Erdminuten Basel. Fessenheim ist einer von weltweit fast 500 Prozessoren, im Bau sind 69. Es entstanden bisl heute mehr als 400 000 Tonnen tödlicher Atom-Müll. Sichere "Endlagerung"? für 100.000 Jahre? Eine unserer fatalen Lügen.



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Aus 3000 m : Erdriss "Sankt Andreas"

Der Riss zerriss 1906 San Francisco

Ein Foto aus meinem Film "Erdbebenland Kalifornien". Mehr in "Dokumente", "Fundstücke". Oder in "Filme": "Amerika überm Abgrund"





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Kleinst Siegfried. 1938.

Mit meinen großen, den begeisterten Brüdern,

die dann doch noch, 1945,

an die "Ostfront" durften. 19- und 17jährig.

Und überlebten.

Alles was dann von ihnen je darüber zu hören war:

"Keine zehn Pferde - "

Jürgen Lodemann, Filme- und Büchermacher, gezeugt für Hitler, "dem du danken kannst, dass du lebst", schrieb ihm der Vater 1936 (siehe "Handschriften").

  • *1936 in Essen, studierte in Freiburg Literatur, Philosophie, Germanistik, naturwissenschaftl. Geographie (Geologie, Klimatologie). Staatsexamen. Promotion (über Bürgertum im Vormärz, siehe "Biografische Daten")
    30 Jahre Filmemacher und TV-Moderator für den Sender in B.-Baden
    .
  • Erfand seit 1975 gegen die Bestsellerlisten die Bücher-Bestenliste. Bis heute monatlich wirksam, größte Qualitätsliste deutschsprachiger Literaturkritik, in der Jury potentiell 100 Berufsleser aus Österreich, Schweiz und Bundesrepublik (genehmigt wurden im damaligen Südwestfunk maximal 35).

  • Romandebüt erst mit 39: „Anita Drögemöller und die Ruhe an der Ruhr“, erster weitgehend phonetisch notierter Roman ("Ruhrdeutsch"). Aufstieg und Fall einer Essener Lust-Arbeiterin, die durch ein Bahn-Klo in die Welt kommt. Erster "Regio-Krimi". "Von einem Schreibtischwüstling" (Stern). "Doll. Döller. Drögemöller". Max von der Grün: „Die deutsche Literatur ist arm an solchen Büchern, die so leicht zu lesen sind und doch ernsten sozialen Hintergrund liefern.“

  • 1980 „Ahnsberch. Volksstück über die Räuber an der Ruhr". In "gehörtem Sprechen". Der Chef der ruhrbeherrschenden Zeitung wird gekidnappt. Traum vom autonomen Ruhrgebiet. Ein Jahr lang in Peymanns „Bochumer Ensemble“. Neu 2017 im Frankfurter Verlag der Autoren.

  • 1985: „Essen Viehofer Platz“, Roman. Das Ruhrrevier als Modellfall. Prekäre Ausländer als Objekte der Menschen-Händler. Volker Hage (damals FAZ): „...Und der Erotik wird in der deutschen Literatur endlich wieder zu ihrem Recht verholfen: Lodemann versteht es ...“ (ab April 2017 neu bei Klartext in der Funke-Mediengruppe, Essen, siehe "Bücher")

  • 2000: "Lortzing" (672 Seiten) über den frühromantischen Theatermusiker und 1848er, der - als erster vor Wagner - Operntexte selber schrieb, 1848 Text und Musik zur Paulskirchen-, Blum-, Terror- und Freiheits-Oper REGINA. Konzipiert als Lehrstück. In den Hauptrollen: "Arbeiter von allen Klassen" und die Fabrikantentochter Regina, "die mich erschauen ließ ein irdisch Paradies!" - Das farbige "Rheinfahrt" am Beginn dieser Seite bietet Lortzing-Musik kurz vor 1848, die ersten Ouvertüre-Takte seiner Oper über geschändete Natur, zur "Zauberoper Undine".

  • 2002: „Siegfried und Krimhild. Die Nibelungenchronik“, Fakten-Roman, 893 Seiten, gemäß Heiner Müllers „die Nation beerdigen“. Der sagenhafte Stoff wird nach ältesten Quellen revidierend erzählt. Die Nibelungensage als Menschheitsparabel, die Wende Europas von der Antike ins Mittelalter. Altgermanist Otfrid Ehrismann: „. . . hat dem Nibelungenmythos eine neue und zukunftsfähige Würde gegeben.“ Siehe "Medien-Echos" und siehe hier oben Goethes Kommentar zum Nibelungenlied

  • Eva Willermann (Münster): "Lodemann liest hinreißend." - - - Wolfgang Ignée (Stuttgart): "Exzellenter Vorleser"

  • 2006: NORA und die Gewalt- und Liebessachen. Langensiepen kann nicht verhindern, dass bei einem britischen Staatsbesuch auf Villa Hügel Queen Elizabeth für anderthalb Stunden von nordirischen Freiheitskämpfern entführt wird, was man nach ihrer Verspätung beim großen Dinner nur am erstmals sanft verrutschten Diadem hätte bemerken können. Mit den besten Worten von Lenz und Büchner. Aber auch mit dem sehenden Wort der Droste-Hülshoff: "Es kocht die Ruhr". - Asso-Verlag, Oberhausen.
  • 2008: "Paradies, irisch", Aufstieg und Sturz der westlichsten Stadt Europas. Im 800jährigen Kolonialkrieg Englands gegen Nachbar Irland wird der Fischer-Ort Galway zum denkwürdigen Modell einer Stadt. Unter der Dynastie der Lynchs geht es in dem atlantischen Hafen früh um Bürgerrechte für alle, entsteht ein Friedens- und Wirtschaftswunder, ein Biotop der Lebenskünste. Diesen Fakten-Roman von Blüte und Absturz der Stadt-Idee - und der Dynastie der Lynchs - bezeichnete Erich Fromm kurz vor seinem Tod als "Tragedy of justice". - Deutschlandradio Kultur: "meisterlich".

  • mehr in "Bücher", "Filme", "Medien-Echos", "Textproben"

In der eiskalten Stuttgarter City, Vorlesen aus
"Siegfried und Krimhild. Die Nibelungenchronik"

In diesem Moment: Brunhilds althochdeutsche Verfluchung (Seite 709): "...die Gier hat sich bewaffnet ... Flammen werden fressen Länder und Leute ..." (... ia lant enti thiut logna farterit ...). Offenbar kannte schon das uralte Epos das Spekulations-Gier-Projekt S 21.


Kirchen-Figur in "Paradies, irisch"


. "Pfarrer Lodemann stürzt von der Kanzel und erschlägt zwo Gemeindemitglieder"

F.K.Wächter in "Es lebe die Freihei - - - "

Diogenes 1981

SALAMANDER Freiburg-Roman

Ein(e) Ladyboy zieht von Berlin nach Freiburg zu ihrem Großonkel, dem alten Schriftsteller Harry, wird aber verfolgt von ihren Liebhabern, dem Amerikaner Bob und vom Türken Tansel. Der alte Harry plädiert bei beiden Lovern für Verständnis, Toleranz, "Integration" und interessiert die jungen Leute für eine real existierende Freiheitsoper von 1848.

Tansel aber ersticht Bob. Bundesanwaltschaft will, dass der alte Harry detailliert notiert, was geschah. Seinen Bericht nennt Harry "Salamander", weil nach seiner Meinung Schwanzwesen mit Feuer spielen müssen (Paracelsus: In Feuers Flammen spielen Salamander). Allein Leser von Harrys Berichts wissen, wie sich das zwischen Ladyboy Undine und ihren Lovern anbahnte, mit Lust, Fremdheit, Angst. "Inspirierende Wortgefechte" (Badische Zeitung), "sehr sympathisch" (Stuttgarter Ztg.), "Lesevergnügen" (SZ). "Die Welt": "Roman zu Deutschlands neuer Musterstadt".

(mehr in "Bücher", "Medien-Echos")

1980 "Ahnsberch", in Peymanns "Bochumer Ensemble". Regie Alfred Kirchner (Schlussbild)


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Goethe, als er das Nibelungenlied kennen lernte, wünschte sich das zu einem „Volksbuche“. JEDER sollte diese Geschichte kennen. Weimars Theaterchef wollte das altdeutsche Epos so lesbar wie spielbar. Als Volksstück. Am 28. 8. 1808 war Bibliothekar Riemer sein Tischgast und hat notiert, Goethe habe davon geredet, wie Romantisches einzig erträglich werde. "Nur da, wo es in der Großheit ans Antike grenzt, wie in den Nibelungen.“ 

Überfällig, dem ältesten Stoff des zentralen Europa seinen Rang zurück zu geben, seine enormen Bilder und Träume, sein globales Entsetzen. Durch älteste Quellen würde dann auch der Drache sichtbar - als Wahrtraum, als Innenbild für Besitz- und Machtsucht. Die Autoren um 1200 kannten noch Roms Propaganda. Und Griechenlands Tragödien. Die Wahrheiten der antiken Mythen.

Spätestens ab 1870/71 wurde der frühe Weltbürger - der mit dem „fried“ im Namen - missbraucht als "teutscher Karakter", als "blonde Bestie", als "Nationalheld", "Kriegsheld" - für "Deutschtum", "Ehre", für "vaterländischen Opfergang". Für „Siegfriedlinien“ der Militärführung. Für Weltkriege.



"Diese "33 Szenen" sind bestens spielbares Volkstheater."

Jörg Bartel, NRZ/WAZ



"Lodemanns Theaterspiel "Siegfried" gibt dem viel geschmähten und entstellten Mythos eines wieder: Respekt. Und das war überfällig. Abwarten, ob auch die Theater das so sehen."

Alexander Dick, Badische Zeitung




PROUST’S
QUESTIONS


2009 in Irland beantwortet für den „Galway-Advertiser“, in Galway am Atlantik, 2020 Europas Kulturhauptstadt

What is your idea of perfect happiness? Being accepted for my imperfectness

Which historical figure do you most identify with? Robert Blum, who was already trying to make Germany democratic in 1848

Which living person do you most admire?  Daniel Barenboim, a conductor - in both senses of the word

Which is the trait you most deplore in yourself? Wanting to be popular

What is your greatest extravagance? Loving REGINA, an unknown opera about liberty, created in 1848

What is your favorite journey? Between my ears

On what occasion do you lie? When writing true stories

Which living person do you most despise? The one, who dismantled the Galway to Clifden railway

What or who is the greatest love of your life? REGINA, the only opera about real factory workers

When and where were you happiest? When I finished my Galway novel after 50 years: “Paradies, irisch”. 

Which talent would you most like to have? Living in so-called reality

What is your current state of mind? Not suffering from but enjoying life as elderly person

What do you consider your greatest achievement? Turning the fateful German Nibelungenlied into a pacifist tale - in a successfull big book and as a theater play

If you were to die and come back as a person or a thing, what do you think it would be? As an autograph-tree for the new Irish poets

What is your most treasured possession? Enthusiastic belief in human rights

What do you regard as the lowest depth of misery? Absence of live communication

What is your favorite occupation? Dreaming

What is the quality you most like in a man? Fantasy – what about a pedestrian bridge between Galway University and City, spanning the massive old railway pillars?

What is the quality you most like in a woman? Fantasy

Who are your favorite writers? Those with social conscience

What is your motto? We all start as non-conformists












In Galwayer Pubs geht gern die gut gelaunte Rede, Columbus habe vor seiner großen Entdeckung auch in Irland geforscht, letztlich sei es Galwayer Fahrensleuten zu danken, dass die Neue Welt entdeckt wurde. Lange hielt ich das für eine der geliebten Gerüchte der Guinness- und Rotwein-Freunde, bis 1988 für meinen Galway-Film Auskunft kam von der Columbus-Bibliothek in Sevilla. Eine alte Reisebeschreibung aus dem Besitz des Columbus hat dort, wo Galway erwähnt wird, einen handschriftlichen Eintrag von der Hand des Amerika-Entdeckers. Nos videmus multa notabilia in Galway  ("viel Bemerkenswertes sahen wir in Galway"). Diese Notiz wurde Titel des Doku-Films über Galway.

Inzwischen steht am Galwayer Hafen ein Denkmal: Von hier aus bekam Columbus wertvolle Hinweise. (Siehe den Start auf dieser Seite, das Drehbuch "Lynch". Aber auch die Seiten "Bücher" und "Filme", dort den Film mit dem Titel "Columbus: Bemerkenswertes sahen wir in Galway").



(1978)


(2008)


Mit großen Brüdern und Vater. April 1941

(siehe "Medien-Echos", "Foto-Galerie")


2009

Vor Lesungen aus „Fessenheim“:

 

Von den Märchen heißt es oft, dass sie zum Letzten gehören, was Wahrheiten weiß. "Wahr sind nur die Gedanken, die sich selber nicht verstehen", sagen große Denker (Adorno/Scholem). Lassen Sie mich einen Fessenheim-Abend anfangen mit dem Märchen von Undine, von der elementaren Frau aus dem Wasser. Undine ist eine Erfindung des Paracelsus, des Arztes und frühen Naturforschers Theophrastus Bombastus von Hohenheim, gestorben 1541. Den Namen "Undine" holte er sich aus lateinisch unda – Welle. Undine dachte er sich als Verkörperung der auf diesem Planeten entscheidenden Naturkraft, des Wassers.

Undine heißt auch die Hauptfigur in "Salamander", ein(e) Ladyboy. Zu Undine entstanden Erzählungen und Märchen der Romantik, auch Opern, von ETA Hoffmann, von Lortzing. Um ein elementares Wasser-Ereignis geht es auch in der Novelle „Fessenheim“.












Vor meiner Lesung sehen Sie jetzt die ersten zwei Minuten des Films „Rheinfahrt“, sehen also den zentraleuropäischen Rhein. Hören aber keinen Kommentar, sondern nur die ersten Minuten der "Zauber-Oper Undine“. Diese frühromantische Musik (uraufgeührt 1846) scheint eben das zu erzählen, was der Undine - der Natur - vom Menschen widerfährt, trotz aller Sehnsucht nach Schönem und Besserem - die Natur des Menschen als Naturkatastrophe. Der Film "Rheinfahrt" zeigt noch kein Atomkraftwerk, sondern der Welt fast größte Chemie-Fabrik, zeigt BASF-Bauten am Rhein (vormals IG-Farben...). Im Märchen wie in den Opern ist Undine am Ende zurück in den Ursprüngen, in "Kristallgewölben". Von denen liest man bei Paracelsus und von denen singt Undine in Lortzings Oper, nicht in der Oper der "Romantiker" Fouqué und ETA-Hoffmann. Für den Dichter-Komponisten ETA-Hoffmann schrieb Märchen-Autor Fouqué das Libretto.

Musik aus "Undine" hört - und "sieht" - man am Beginn dieser Homepage, dort per Klick aufs farbige Link-Wort RHEINFAHRT









Das Nachwort zum Europa-Spiel SIEGFRIED. DIE REALE GESCHICHTE hat den Titel "Am Himmel steht eine Kuh". Auf diesem Foto vom Sternhimmel im Bereich ORION kann man im Viertel rechts unten das Rind erkennen (die drei Sterne als ihre Stirn), im Gewirr dieser Himmelsregion, die nach einem archaischen Jäger "Orion" heißt - ohne dass man hier einen Jäger oder eine menschliche Gestalt erkennen könnte. Die Kuh dagegen ist kinderleicht erkennbar, den Umriss entdeckte ich als Kind im Bombenkrieg, meldete das nachts meiner Mutter und die antwortete, auch sie, auch andere Kinder hätten das schon so genannt. Aber eine Kuh als Sternbild, das gäb es ja wohl gar nicht, solche Namen kämen ja immer von den königlichen Sternforschern.

oben: die Kuh im wilden Orion

(Foto: Astronomische Arbeitsgemeinschaft  Bochum)

unten: mit Heidenreich und Böll

im "Café Größenwahn", November 1983

Foto: Jörg Höhn




 

" ... macht die schwarz-roth-goldene Fahne zur Standarte des freyen Menschthums!" (macht die) "Erklärung der Menschenrechte zu den zehn Geboten des neuen Weltglaubens ... "

Heinrich Heine, 1844





"Literarischer VORLASS und NACHLASS des Schriftstellers, Fimemachers und TV-Redakteurs Jürgen Lodemann, geb.28.3.1936, wird mit Beschluss vom 22.11.1917 ab dem 22.11.2018 vollständig Besitz und Eigentum des Heinrich-Heine-Instituts der Landeshauptstadt Düsseldorf." (Bilker Straße 12-14, 40213, Tel. 0211-3451553).

fotos melanie zanin